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Die Gründung des Vereins und die ersten Jahre

Am 19. Januar 1895 gründeten Egestorfer Bürger den Männerturnverein Egestorf. Ziel des Vereins war es, durch turnerische Übungen die Gesundheit zu fördern sowie Kameradschaft und Geselligkeit zu pflegen. Geturnt wurde im Sommerhalbjahr auf einem Platz im Wald und im Winterhalbjahr im Saal des Vereinswirts Reinecke.

Im Sommer 1912 beschlossen mehrere junge Männer des MTV Egestorf, Fußball zu spielen. Trotz des Widerstands ihres Vorturners kaufte der Verein schließlich einen Fußball. Damit wurde der FC Germania Egestorf gegründet. Trotz der Trennung in zwei verschiedene Vereine blieb das gemeinsame Ziel erhalten.

Kriegsjahre und Folgen

Der Einschnitt durch den Ersten Weltkrieg

Die Ereignisse des Jahres 1914 zerstörten alle weiteren Aufbaupläne. Fast alle aktiven Mitglieder wurden eingezogen. Ab 1916 befanden sich nahezu alle Mitglieder im Krieg, sodass der Turnbetrieb eingestellt werden musste.

Im Januar 1919 nahm der MTV Egestorf das Turnen mit 30 Mitgliedern wieder auf. Im selben Jahr trafen sich die drei in Egestorf bestehenden Turnvereine – MTV, Turnverein Vorwärts und Arbeiter-Turnverein –, um über einen Zusammenschluss zu beraten. Eine Einigung kam jedoch nicht zustande.

Zusammenschlüsse und schwierige Zeiten in den 1920er Jahren

Am 20. Februar 1920 trat der Turnverein Vorwärts Egestorf aus der Deutschen Turnerschaft aus und bildete gemeinsam mit dem Arbeiter-Turnverein einen neuen Verein unter dem Namen Turn- und Sportverein Vorwärts Egestorf.

Nach 1920 machte sich die Inflation nach dem Ersten Weltkrieg stark bemerkbar. Das Hauptthema vieler Versammlungen war der Mitgliedsbeitrag. Die tägliche Geldentwertung führte 1923 zu einer ungewöhnlichen Regelung: Neu eintretende Mitglieder mussten als Eintrittsgeld den Betrag für ein großes Bier zahlen. Die Monatsbeiträge wurden entsprechend gestaffelt – für aktive Mitglieder galt der Wert eines kleinen Glases Bier, Jugendliche zahlten die Hälfte.

Die Entwicklung des Vereins bis 1930

1924

Am 2. August 1924 wurde eine Damenabteilung an den Männerturnverein angeschlossen. Im Geräteturnen, in der Gymnastik, im Faustball und im Volkstanz war die Frauen- und Mädchenabteilung sehr erfolgreich.

1928

1928 beteiligten sich Mitglieder des MTV am Deutschen Turnfest in Köln. Für den Spielbetrieb wurden außerdem eine Handball-, Schlagball- und Faustballmannschaft aufgestellt. Die Spielkleidung bestand aus einem weißen Hemd und einer blauen Hose.

1929/1930

1929 waren dem Turngau 156 Mitglieder gemeldet. Die Bestandserhebung von 1930 ergab jedoch nur noch 111 beitragspflichtige Mitglieder, was auf die schwierigen wirtschaftlichen Verhältnisse zurückzuführen war.

Vereinsleben in der Zeit des Nationalsozialismus und des Zweiten Weltkriegs

Am 26. Januar 1936 wurde die Deutsche Turnerschaft aufgelöst und die Vereine dem Reichsbund für Leibesübungen unterstellt.

Mit Beginn des Zweiten Weltkriegs im Jahr 1939 kam der Turnbetrieb erneut zum Erliegen. 1945 wurden zunächst alle Sportvereine durch die Besatzungsmacht aufgelöst. Im Herbst desselben Jahres erhielten die Sportler jedoch die Erlaubnis, unter bestimmten Voraussetzungen in jeder Gemeinde einen neuen Sportverein zu gründen.

Der Ausbau der Sportstätten

1951

Auf dem alten Sportplatz wurde ein Sportheim eingeweiht. Damit bekamen die Fußballer erstmals eine eigene Umkleidemöglichkeit.

1954

Der Gemeinderat beschloss unter dem Ratsvorsitzenden Heinrich Benne, auf dem Gelände der 1909 erbauten Schule eine Turnhalle zu bauen. Sie sollte der Schuljugend sowie den Turnern und Sportlern eine angemessene Übungsstätte bieten.

1957

Am 1. März 1957 wurde die Fritz-Ahrberg-Halle eröffnet. An den Baukosten beteiligten sich neben dem Landkreis, dem Kreissportbund und der Gemeinde auch der Egestorfer Ehrenbürger Fritz Ahrberg, der 25.000 DM spendete. Die neue Halle brachte dem TSV einen großen Aufschwung, von dem alle Sparten profitierten.

Neustart Egestorf

NEUBEGINN NACH DEM KRIEG

Daraufhin wurde die Turn- und Sportvereinigung Egestorf gegründet, in der sich nun alle ehemaligen Egestorfer Sportvereine vereinten. Bei der Gründungsversammlung trugen sich 50 Mitglieder ein.

In den folgenden zwei Jahren stieg die Mitgliederzahl deutlich an. Allerdings fehlte es an geeigneten Übungsräumen, besonders für das Kinderturnen. Als Vereinsfarben wurden Rot-Weiß-Gelb gewählt.

Meilensteine des Vereins

Jubiläen und neue Sportanlagen

50 Jahre TSV Egestorf

Die Fußballsparte feierte 1962 ihr 50-jähriges Jubiläum. Aus diesem Anlass fand vom 18. bis 29. Juni 1962 eine Sportwoche statt, an der sich sämtliche Sparten des TSV beteiligten. Zahlreiche prominente Vertreter des Sports überbrachten Glückwünsche, darunter auch die Ehrenplakette des DFB.

Erste Gespräche mit der Gemeinde weckten die Hoffnung, dass Egestorf über den sogenannten Goldenen Plan bald eine moderne, sportgerechte Sportanlage erhalten könnte. Im Frühjahr 1981 begann schließlich der Bau der neuen Sportanlage an der Ammerke. Nach zwei Jahren Bauzeit wurde sie im Mai 1983 an den Verein übergeben.

100 Jahre TSV Egestorf

Ein besonderer Meilenstein in der Vereinsgeschichte war das 100-jährige Jubiläum im Jahr 1995. Den Auftakt bildete der Festakt am 19. März 1995. Im Laufe des Jubiläumsjahres folgten zahlreiche weitere Veranstaltungen, darunter ein Sport- und Spielenachmittag sowie die Leichtathletik-Stadtmeisterschaft.

Den festlichen Abschluss bildete am 21. Oktober 1995 der Jubiläumsball in der Aula des Spalterhals mit rund 500 Gästen. Für die musikalische Untermalung sorgte das Live-Tanzorchester Kupka Band aus Berlin, ergänzt durch Showeinlagen der Komiker Tebe und Leiste sowie einen Auftritt der Breitensport-Standardformation des TC Rot-Gold im TSV Egestorf.

Unter den Ehrengästen begrüßte der Verein den Bürgermeister der Stadt Barsinghausen Klaus-Detlef Richter, den Vize-Präsidenten des LSB Werner Luchtmeier, den Präsidenten des NFV Engelbert Nelle sowie den Landrat des Landkreises Hannover Eberhard Wicke.

130 Jahre TSV Egestorf

In diesem Jahr steht beim TSV Egestorf die 130-Jahr-Feier im Mittelpunkt. Sie erinnert an die lange Entwicklung des Vereins und macht deutlich, wie eng Sport, Gemeinschaft und Vereinsleben in Egestorf bis heute miteinander verbunden sind.

Wachstum im Verein

Tennis, Kurssystem und Vereinshalle

1982 baute der Verein vier Tennisplätze, und bereits im August wurde der Spielbetrieb aufgenommen.

Das neue Vereinsheim, das der Verein in Eigenleistung errichtete, wurde im Juni 1986 eingeweiht. Im Saal dieses Vereinsheims begann noch im selben Jahr die Einführung eines Kurssystems für die Wirbelsäulengymnastik.

Schon bald entstand der Wunsch, auch in den Morgenstunden auf einer größeren Fläche Sport anbieten zu können. Rechtzeitig konnte der Verein die Finanzierung einer größeren Trainingshalle sichern, bevor die Kosten der deutschen Einheit zu Sparhaushalten auf allen Ebenen führten. Ende April 1993 wurde die Vereinshalle am Vereinsheim feierlich eingeweiht und in Betrieb genommen.

Neue Strukturen

Mitgliederentwicklung und die Neuordnung der Fußballabteilung

1998 zählte der Verein über 1.900 Mitglieder. Doch auch der TSV Egestorf blieb vom allgemeinen Trend sinkender Mitgliederzahlen nicht verschont.

Einen Teil des Mitgliederrückgangs hatte der Verein allerdings selbst mitverursacht: 2001 wurde die Fußballabteilung mit der Abteilung eines Nachbarvereins zum eigenständigen Fußballverein 1. FC Germania Egestorf/Langreder fusioniert. Damit wurde zugleich eine alte Tradition wieder aufgenommen, denn der ursprüngliche FC Germania Egestorf von 1912 bestand damit erneut selbstständig.

Vereinsgelände und Ausstattung

Zum Vereinsgelände des TSV Egestorf gehören ein eigenes Vereinsheim mit Bewirtschaftung sowie eine selbst errichtete Trainingshalle mit 268 Quadratmetern Parkettboden. Darüber hinaus stehen dem Verein vier vereinseigene Tennisplätze zur Verfügung.

Ergänzt wird das Sportangebot durch einen gepachteten Sportplatz mit Rundlaufbahn und leichtathletischen Anlagen sowie einen weiteren Rasenplatz. Zusätzlich gehören zwei selbstgebaute Flutlichtanlagen, ein Beachvolleyballfeld, zwölf Boulebahnen, davon drei mit Flutlicht, und ein DFB-Minispielfeld zur Ausstattung des Vereins.

Alle Anlagen im Überblick

A-Platz

Das große Rasenspielfeld verfügt über eine Rundlaufbahn, leichtathletische Anlagen und eine Flutlichtanlage. Damit bietet der A-Platz vielseitige Möglichkeiten für Training und Wettkampf.

B-Platz

Der zweite Rasenplatz ist ebenfalls mit Flutlicht ausgestattet und erweitert die sportlichen Nutzungsmöglichkeiten auf dem Vereinsgelände.

Tennisanlage

Die Tennisabteilung nutzt vier vereinseigene Tennisplätze sowie ein dazugehöriges Tennisblockhaus.

Bouleanlage

Zur Bouleanlage gehören zwölf Boulebahnen, von denen drei mit Flutlicht ausgestattet sind. Ergänzt wird der Bereich durch eine eigene Boulehütte.

Beachvolleyballfeld

Auf dem A-Platz befindet sich zudem ein Beachvolleyballfeld, das das Sportangebot des Vereins zusätzlich bereichert.

DFB-Minispielfeld

Das DFB-Minispielfeld mit Kunstrasen schafft besonders für Kinder und Jugendliche attraktive Möglichkeiten für Spiel und Training.

Beitragsordnung

Mitgliedsbeiträge:

Beitragsordnung in der Fassung vom 01.04.2026

Satzung

 Aktuelle Satzung vom 26.03.2024

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